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Allergie - was ist das eigentlich? |
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Allgemeines Unter einer Allergie versteht man eine vom "normalen" Verhalten des Organismus abweichende Reaktion auf bestimmte körperfremde Stoffe (Allergene). Bei einer allergischen Reaktion kommt es zu einer teilweisen Überreaktion oder auch falschen Reaktion der natürlichen Immunabwehr. Die oft beklagte aktuelle Zunahme vom Allergien, vor allem auch bei Kindern, hat vor allem zwei wichtige Ursachen: einerseits haben sich die Nachweismethoden verbessert, zum anderern vergrößert sich die Zahl von potentiell allergenen Substanzen, denen unsere Körper ausgesetzt sind, sozusagen täglich (z.B. Chemikalien in Haushalt, Arbeitsplatz oder Freizeit, neue Arzneimittel, exotische Früchte, Gemüse, Gewürze, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Konservierungs- und Stabilisierungsmittel in Fertiggerichten u.a.m.). Die Auseinandersetzung des Körpers mit ständig neuen Substanzen führt deshalb in bestimmten Berufen, aber auch im Haushalt häufiger zu Überempfindlichkeitsreaktionen bzw. allergischen Erkrankungen. In Nicht-Industrieländern und bei ländlicher Bevölkerung sind Allergien dementsprechend auch seltener anzutreffen. Die Bereitschaft, auf bestimmte Stoffe allergisch zu reagieren, ist angeboren. Wenn Eltern z.B. an einer Tierhaar-Allergie oder allergischen Hautkrankheiten leiden, können Kinder zu "Heuschnupflern" werden. Erste Symptome einer Pollen-Allergie zeigen sich meist vor dem 20. Lebensjahr, aber spätere Erkrankungen sind nicht ausgeschlossen; deutlich ist die Zunahme dieser Erkrankungen auch bei Schulkindern. Wann Nahrungsmittel- oder Kontakt-Allergien auftreten, hängt vom Zeitpunkt des Erstkontakts wie auch von der Allergenmenge ab. Wie entsteht eine allergische Reaktion? Körpereigenes Immunsystem Allergische Reaktion Der für den Betroffenen spürbaren allergischen Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) geht ein erster Kontakt mit dem Allergen voraus, der vom Betroffenen meist völlig unbemerkt stattfindet, und zu einer Antikörperbildung gegen das vermeintliche Antigen, in diesem Fall das Allergen, führt - es handelt sich um die sog. Sensibilisierung. Bei einem nächsten Kontakt mit dem Allergen reagiert das Immunsystem dann mit einer "falschen Reaktion", nämlich einer heftig überschießender Abwehr auf die "Fremdkörper", die eigentlich ganz harmlose, unschädliche Substanzen sind - z.B. Pollen, Kuhmilch, Lebensmittelzusatzstoffe. Das Immunsystem ist in Alarmbereitschaft versetzt und es werden fälschlich übermäßig viele, viel zu viele Antikörper gebildet sowie Mittlersubstanzen aktiviert und freigesetzt, die die Symptome einer Allergie auslösen. Jede Substanz, die der Organismus als fremd erkennt und die eine Immunreaktion bzw. Immunantwort auslösen kann, ist ein Antigen (= Immunogen). Antigene, die in bestimmter Weise eine krankmachende Reaktion auslösen, heißen Allergene. Beispiel: Pollen-Allergie - Heuschnupfen: Nach dem ersten, mehr oder weniger unbemerkten Kontakt mit Pollen verursacht der darauffolgende Pollen-Kontakt mit der Nasenschleimhaut (i.d.R. in der nächsten Blütezeit) eine Alarmierung des Immunsystems - die überschießende Antigen-Antikörper-Reaktion führt dazu, daß aus den sog. Mastzellen neben anderen Substanzen Histamin freigesetzt wird. Vor allem das Histamin verursacht die unangenehmen Symptome, wie Niesen, Schleimhautschwellung, laufende Nase, gerötete und tränende Augen. Allergien und Verlauf Dauer und Schwere der Allergie-Symptome hängen individuell vom Betroffenen selbst ab (Alter, gesundh. Verfassung) und der Art der Allergie. So sind Pollenallergien zeitlich begrenzt (man bezeichnet sie als saisonal), Allergien gegen Hausstaub (das ist in Wirklichkeit vor allem eine Allergie gegen Hausstaubmilbenkot) das ganze Jahr über möglich. Mit Ausnahme von allergischen Reaktionen auf Insektengifte, Arzneimittel und auf bestimmte Nahrungsmittel, die oft sehr schwer sein können und dann sofortiger ärztlicher Hilfe bedürfen, können andere Allergien zwar sehr unangenehm sein, sie sind im Grunde aber meist harmlos. |
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Pflanzenpollen oder Blütenstaub sind die bekanntesten Allergenträger, Pollenallergien die häufigsten Allergien in Deutschland (betroffen sind ca. 10% der Bevölkerung). Die Erkrankungen sind saisonal begrenzt. Die Beschwerden treten in der Blütezeit der windbestäubten Gräser, Bäume und (Un-)Kräuter auf, von Frühling bis Sommer. Die wichtigsten Allergieauslöser sind Birke-, Erle-, Hasel-Pollen, verschiedene Gräser- und Roggenpollen sowie die Pollenkörner der Kräuter Beifuß und Wegerich. Die Pollenkörner windbestäubter Pflanzen sind in deren Blütezeit in hohen Konzentrationen in der Luft; vom Wind können sie bei trockenem Wetter mehrere Hundert Kilometer weit getragen werden. Bei Kontakt mit der Schleimhaut der Augen oder Atemwege führen sie beim Pollen-Allergiker in kurzer Zeit zu den bekannten Symptomen - Augentränen, Niesen, Fließschnupfen, Husten oder auch Atemnot. Abbildungen: Birkenpollen (oben), typischer Graspollen (unten) |
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Informationen, um Vorsichts- oder Vorbeugemaßnahmen treffen zu können, geben Pollenflugkalender Kreuz-Allergien: Als häufig auftretende Kreuzallergien sind bekannt: Nahrungsmittel-Allergie Woran man kaum denkt: auf Hühnereiweiß kann man in Rotwein und Campari stoßen, auf Soja und Erdnuß in Schokolade. weiter>> |
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