Die Vernetzung der Thoraxchirurgie innerhalb des Onkologischen Schwerpunkts der HSK
Es liegt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen chirurgischen Kliniken (Allgemein-/Viszeralchirurgie Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie, Neurochirurgie, HNO, Gynäkologie, Urologie) bei organübergreifenden onkologischen Resektionen vor.
Große Weichteildefekte an allen Abschnitten der Brustwand werden mit Professor Menke von der plastischen Chirurgie des Klinikums Offenbach gedeckt. Mit dieser Strategie können selbst große Weichteil- und Brustwandresektionen als komplette R0-Resektionen durchgeführt werden. Die notwendige plastische Deckung wird dann durch den plastischen Chirurgen überragend gelöst. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, da bei diesen Patienten das Gewebe durch vorausgegangene Radio-Chemotherapien kompromitiert ist.
Gemeinsam mit der Pneumologie werden interventionelle Bronchoskopien mit Laserungen und Stenteinlagen durchgeführt. Durch den Einsatz von endobronchialem Ultraschall erfolgt das mediastinale Staging beim Lungenkarzinom. Wertvolle Unterstützung bekommen wir durch das 64-Zeilige-PET-CT von unserer Nuklearmedizin. Alle Patienten mit einem Lungenkarzinom werden hiermit untersucht.
Die Strahlentherapie wird entsprechend dem Tumorkonferenzbeschluss in der Regel heimatnah eingeleitet. Bezüglich interventioneller Strahlentherapie und stereotaktischen Bestrahlungen arbeiten wir mit verschiedenen Zentren zusammen.
Eine besondere Rolle spielt die Radiologie mit ihren interventionellen Therapieoptionen. Neben den üblichen Punktionen zur Histologiegewinnung werden vorzugsweise Embolisationen bei Lungenblutungen vorgenommen. Bei einem Kollektiv von fast 100 Embolisationen lag die Resektionsrate bei diesen Hochrisikopatienten deutlich unter 10%. Hierbei wurde das Überleben signifikant verbessert.
Selbstverständlich werden alle Patienten in der interdisziplinären Tumorkonferenz des Onkologischen Zentrums besprochen. Es werden hierbei die aktuellsten Therapiekonzepte angewandt. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass die Thoraxchirurgie Kooperationspartner des in der HSK befindlichen Haut-, Mamma- und Darmzentrums ist. Diese Zentren sind durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Palliativstation, Psycho-onkologischer Dienst und Tumordokumentation im klinischen Krebsregister werden Dank Professor Frickhofen durch den Onkologischen Schwerpunkt vorgehalten.
Mit Frau Professor Fisseler-Eckhoff können wir auf eine ausgewiesene Lungenpathologin zurückgreifen. Durch Einsatz von immunhistologischen und molekulargenetischen Untersuchungen wird es möglich, dass die exakte Klassifizierung der Tumore erfolgen kann. Dies ist bei den multimodalen Therapiekonzepten entscheidend und ermöglichen für jeden Patienten eine individualisierte Therapie.
