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Auf diese Nachricht warten vielen Patienten mit Prostatakrebs: Schmerzen durch Knochenmetastasen können meist gut durch eine Behandlung mit Bisphosphonaten gelindert werden. Dies fanden Ärzte der Universitätsklinik Marburg heraus: 85 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatkrebs und Knochenmetastasen (Absiedlung von Krebszellen in den Knochen), wurden mit dem Bisphosphonat Clodronat (Ostac® und Bonephos®) behandelt, anfangs als Infusion und später in Tablettenform. 64 dieser Patienten erlebten nach etwa 4 Tagen eine deutliche Linderung der Knochenschmerzen und 19 von ihnen wurden komplett schmerzfrei (J. Urol. 165: 136; 2001). Dies mag mäßig interessant klingen, hört die Öffentlichkeit doch in der Regel nur auf Nachrichten, die Heilung von Krebserkrankungen erwarten lassen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Heilung unverändert meist nur in frühen Stadien einer Krebserkrankung möglich ist. Nur bei wenigen Krebsarten, z.B. dem Hodenkrebs und bestimmten Formen von Leukämien und Lymphomen, ist eine Heilung auch im fortgeschrittenen Stadium möglich. Bei der Mehrzahl der Patienten mit fortgeschrittenem Krebs geht es um Erhalt der Lebensqualität, nicht um Heilung. Lebensqualität gewinnt für Patienten mit Prostatakrebs im Verlauf ihrer Erkrankung enorme Bedeutung. Charakteristikum dieser Erkrankung ist nämlich, dass mit Fortschreiten der Erkrankung zunehmend Knochenmetastasen auftreten, und dass diese häufig zu starken Schmerzen führen. Wirken die anfangs sehr hilfreichen Hormonpräparate nicht mehr (was über kurz oder lang immer der Fall ist), so hatte man bisher wenig in der Hand, die Schmerzen zu lindern. Sehr schnell sind Morphinpräparate nötig, die nicht immer ausreichend wirksam sind. Dass Bisphosphonate in dieser Situation wirken, ist hoch willkommen. Diese Medikamente gehören seit einigen Jahren zu den wichtigsten Medikamenten in der Behandlung von Patienten mit Knochenmetastasen. Bisher dachte man jedoch, dass sie nur bei Überwiegen von Knochenabbau wirksam sind, z.B. beim Plasmozytom und beim Brustkrebs mit „osteolytischen" Knochenmetastasen. Beim Prostatakrebs kommt es dagegen vorwiegend zu unkontrollierter Bildung von zuviel Knochen („osteoblastische Metastasen"). Die Ergebnisse der Marburger Studie erhärten die Erfahrung anderer Forschergruppen, dass auch bei diesen Metastasen der Knochenabbau eine Rolle spielt, und der scheint vorwiegend für die Schmerzen verantwortlich zu sein. Alle Bisphosphonate wirken ähnlich. Aredia® ist die weltweit am häufigsten eingesetzte Substanz und gilt derzeit als Standard. In Deutschland werden auch das oben erwähnte Clodronat (Ostac® und Bonephos®) und Ibandronat (Bondronat®) mit ähnlich guten Resultaten eingesetzt. Neue Bisphosphonate wie das in Deutschland noch nicht zugelassene Zoledronat scheinen zusätzlich zum Schutz des Knochens auch direkt hemmende Effekte auf die Krebszellen zu haben. Näheres zu den Bisphosphonaten erfahren Sie z.B. über das Sekretariat des OSP. << zurück |
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