HSK - Verantwortung für wichtige Fragen

Experten aller Fachrichtungen diskutieren Therapie des Lungenkrebs (05.03.01)

Am 2./3. März 2001 fand in Münster ein Symposium zur „Interdisziplinären Therapie des Bronchialkarzinoms" statt. Herr PD Dr. M. Thomas, Oberarzt der von Herrn Prof. Berdel geleiteten Medizinischen Klinik A der Universität Münster, hatte zu dem Treffen eingeladen. Das Besondere an dieser Veranstaltung war, dass sich erstmals in Deutschland Fachleute aus allen Bereichen der Medizin trafen, um über Möglichkeiten zu beraten, wie man den Lungenkrebs besser bekämpfen kann.

Die Einleitung durch einen Vertreter der Gesundheitspolitik zeigte auch für manche Ärzte unerwartet deutlich, welches Problem sich für das deutsche Gesundheitswesen anbahnt: Wir werden immer älter, Krebs wird die häufigste Todesursache werden, und unter den Krebserkrankungen ist der Lungenkrebs der größte Killer. Dies trifft auch für Frauen zu. Lungenkrebs hat in vielen Ländern den Brustkrebs als häufigste Todesursache überholt. So sterben in den USA schon seit 1987 Frauen häufiger an Lungenkrebs als an Brustkrebs (siehe Abbildung). Ursache ist eine massive Zunahme des Rauchens bei Frauen. Der bekannte Epidemiologe Peto sagte schon 1993: „Wenn Frauen wie Männer rauchen, dann werden sie auch wie Männer sterben."  

Die Vorträge der Mediziner machten überdeutlich, dass nicht damit zu rechnen ist, dass Behandlungserfolge wesentlich zu einer Senkung der Sterblichkeit an Lungenkrebs beitragen werden. Selbst in ganz frühen Stadien der Erkrankung, in denen der Chirurg noch alles erkennbare Krebsgewebe entfernen kann, überleben nur 2 von 3 Patienten. In den viel häufigeren fortgeschrittenen Stadien überlebt fast kein Patient den Lungenkrebs.

Damit ist eines klar: Nur Vorbeugung durch Werbung für das Nichtrauchen hat eine Chance, etwas an dieser fürchterlichen Statistik zu ändern. Hauptzielgruppe sind Teenager, die heute trotzt vieler Kampagnen häufiger rauchen als noch vor 10 Jahren. Die Hessische Krebsgesellschaft wird daher im Mai 2001 einen Aktionstag durchführen, an dem Schulklassen in große Kliniken eingeladen werden, um sich über den Lungenkrebs zu informieren. Auch die Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken werden sich an dieser Aktion beteiligen. Näheres wird noch auf diesen Seiten berichtet.

Wesentliches Ergebnis des Symposiums in Münster war, dass Verbindungen zwischen Experten aus allen Fachbereichen geknüpft wurden. Erstmals wurden alle aktuell in Deutschland aktivierten Studienprotokolle vorgestellt. Damit sollten mehr Patienten die Möglichkeit erhalten, an guten Therapiestudienteilzunehmen. Informationen dazu sind über Herrn PD Dr. Thomasoder das Sekretariat des Onkologischen Schwerpunkts HSK erhältlich

Prof. Norbert Frickhofen

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Stand: 12. November 2007 Verantwortlich: Prof. Norbert Frickhofen