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Den Magen entfernen lassen, weil in der Familie ungewöhnlich häufig Magenkrebs aufgetreten ist? Und das, obwohl mehrfache Magenspiegelungen überhaupt keine auffälligen Befunde ergeben hatten? |
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Die meisten Menschen werden dies ablehnen. Genau dazu haben sich jedoch 5 Personen aus zwei „Magenkrebsfamilien" entschlossen, bei denen ein genetischer Test gezeigt hatte, dass sie die gleichen Veränderungen in einem „Magenkrebsgen" hatten, wie ein erkrankter Verwandter. Und das war gut so: In allen 5 entfernten Mägen wurden winzige Herde von Krebszellen entdeckt! Dieser Bericht im New England Journal of Medicine vom 21. Juni 2001 zeigt, welche Power genetische Tests haben können (NEJM 344: 1904; 2001). Der genetische Test identifizierte hier zuverlässig die Risikopersonen, und sie erhielten gute Argumente, sich zu einer so einschneidenden Maßnahme wie der Entfernung des Magens zu entscheiden. Es ist davon auszugehen, dass sich bei allen früher oder später ein Magenkrebs entwickelt hätte. Ob dieser so früh entdeckt worden wäre, dass man ihn hätte heilen können, ist unklar. Mehrere Geschwister hatte sich auch testen lassen, waren aber negativ und können jetzt sicher sein, dass sich kein Magenkrebs diesen Typs entwickeln wird. Sie müssen sich daher nicht operieren lassen (und haben es auch nicht getan). Diese Beobachtung ist ein weiterer Meilenstein in Richtung rationaler Vorbeugung gegen erbliche Krebsformen. Nur etwa 5% aller Krebserkrankungen sind erblich. Wenn man aber durch molekulargenetische Untersuchungen die „Fußspur" einer Krebserkrankung identifizieren kann, hat man ein Instrument in der Hand, durch intelligente Maßnahmen das Ausbrechen dieser Krebserkrankung zu verhindern. Das kann die Entfernung des betroffenen Organs erforderlich machen. Gut belegt ist die Effektivität der Entfernung der Brüste, der Eierstöcke, des Dickdarms oder der Schilddrüse. Wenn allerdings der Krebs nicht bei der Mehrzahl der im Gentest auffälligen Personen auftritt und frühzeitig durch Vorsorgeuntersuchungen erkannt werden kann, kann die Empfehlung auch in kurzfristigen Vorsorgeuntersuchungen wie Mammographie oder Dickdarmspiegelung münden. Bei derart komplizierten Sachverhalten und schwerwiegenden Entscheidungen ist für jeden klar, dass die Beratung fachlich hoch kompetent sein muss und auch psychologische Aspekte berücksichtigen muss. Wie an anderer Stelle auf dieser Website erläutert, ist dies am besten in Modellprogrammen realisiert, die für alle oben genannten Erkrankungen realisiert sind. Adressen sind z.B. über die Deutsche Krebshilfe, den Krebsinformationsdienst oder auch das Sekretariat des OSP der HSK zu erhalten. << zurück |
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