HSK - Verantwortung für wichtige Fragen

Handys verursachen keine Hirntumore (08.01.2001)

Diese Nachricht war dem New England Journal of Medicine, der weltweit führenden Medizinzeitschrift, so wichtig, dass es diese Meldung schon 3 Wochen vor dem Termin der endgültigen Publikation (NEJM 344: 79; 2001) veröffentlichte. Gestützt wird diese Information durch eine wenige Wochen vorher veröffentlichte kleinere Studie in der Zeitschrift JAMA, in der ebenfalls kein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Hirntumoren und der Häufigkeit des Gebrauchs von Handys gefunden wurde (JAMA 284: 3001; 2000).

Es gibt erstaunlich viel Veröffentlichungen, in denen die Befürchtung begründet wird, die von den Handys ausgehenden Mikrowellen seien krebserregend, so wie auch die Haushalts- Mikrowellengeräte für viele verdächtig sind. Die Überwärumung des Gehirns um etwa 0,1°C wird als Ursache für die vermutete Gefahr des Auftretens von Krebs gesehen. Die im New England Journal publizierten Studie ist die erste Studie, die methodisch sehr zuverlässig diesen Verdacht entkräftet: Es handelte sich um eine sogenannte Fallkontrollstudie, d.h. 782 Patienten mit Hirntumoren wurden mit 799 Kontrollpatienten verglichen, die zum gleichen Zeitpunkt in den jeweiligen Krankenhäusern behandelt wurden, und in möglichst vielen Eigenschaften mit den Hirntumor-Patienten übereinstimmten. Die Ergebnisse ließen keinen Zusammenhang von Hirntumoren mit der Benutzung von Handys erkennen. Auch die genaue Analyse von Details, z.B. der Häufigkeit des Gebrauchs oder der Seite des Kopfes, an den das Gerät gehalten wurde (da Mikrowellen nur auf kurze Entfernung wirken), war negativ.

Die Autoren der Studie ziehen daraus den Schluss, dass es derzeit keinen Grund für die vielfach geäußerten Befürchtungen gibt. Sie geben jedoch zu bedenken, dass diese Studie in der Zeit von 1994 bis 1998 durchgeführt wurde, und dass seit dieser Zeit der Gebrauch von Handys massiv zugenommen und sich auch die Technologie verändert hat. Die heutigen Handys nutzen fast ausschließlich Digitaltechnologie, die eher jedoch wenig problematisch gesehen wird. Handy-Kritiker argumentieren allerdings auch, nicht von den Handys, sondern von dem immer dichter werdenden Netz von Sendestationen gehe Gefahr aus.

Man sieht, die Akten sind auch nach dieser Studie noch nicht endgültig geschlossen. Manche irrationale Befürchtungen sollten aber zurückgenommen werden.

Prof. Norbert Frickhofen

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fussleisten_bild Stand: 01. Januar 2004 Verantwortlich: Prof. Norbert Frickhofen