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Es ist wieder einmal so weit: Expertengruppen diesseits und jenseits des Atlantiks setzen sich zusammen, um die Empfehlungen zur Nachbehandlung von Frauen mit Brustkrebs zu überarbeiten. In den USA tagten die Brustkrebsexperten bereits am 1.-3.11.2000 in Bethesda; in Europa treffen sich Ärzte und Wissenschaftler vom 21.-24.2.2001 in St. Gallen. |
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Diese regelmäßig tagenden Konferenzen sind für die Behandlung des Brustkrebs außerordentlich wichtig, weil sich in den vergangenen Jahren eine Fülle neuer Behandlungsmöglichkeiten ergeben haben: Es gibt neue Hormonpräparate (z.B. Arimidex®, Femara®, Aromasin®), neue Zytostatika (z.B. Taxol®, Taxotere®, Gemcitabin®), den Antikörper Herceptin®, und die Strahlentherapie wird neu diskutiert. Selbst Ärzte verlieren bei der großen Zahl an Neuigkeiten leicht den Überblick. Die US-Amerikaner haben ihre Empfehlungen vom November 2000 bereits veröffentlicht. Es gibt im Internet eine kurze Pressemitteilung, eine Langfassung für Ärzteund man kann sich auch die Pressekonferenzanhören, in der die wichtigen Ergebnisse (zumeist) verständlich mitgeteilt wurden. Was ist wichtig oder neu? - Eine Nachbehandlung wird für fast alle Patientinnen empfohlen. Es muss gute Gründe geben (z.B. hohes Alter, sehr kleine Tumore ohne Lymphknotenmetastasen), keine Nachbehandlung durchzuführen. - Strahlentherapie wird nicht nur nach brusterhaltender Operation, sondern jetzt auch nach kompletter Entfernung der Brust empfohlen, wenn der Tumor >5 cm war oder 4 oder mehr Lymphknoten in der Achselhöhle von Krebs befallen waren. - Hormontherapie ist die richtige Therapie für alle Patientinnen mit Tumoren, in denen Hormonrezeptoren nachgewiesen wurden. Standardmedikament ist Tamoxifen für 5 Jahre; andere „Antiöstrogene" sollten nur in Ausnahmefällen (z.B. Unverträglichkeit von Tamoxifen) gegeben werden. Bei jungen Frauen mit erhaltender Periodenblutung wird die Entfernung der Eierstöcke oder ein „GnRH-Agonist", z.B. Goserelin, empfohlen, am besten in Kombination mit Tamoxifen. „Aromatasehemmer" oder Herceptin® sind kein Ersatz für diese Medikamente! - Chemotherapie wird für die Mehrzahl der Patientinnen empfohlen. Ausnahmen sind Patientinnen mit wenig aggressiven Tumoren, die kleiner als 1 cm sind und nicht in die Achselhöhle metastasiert haben und Patientinnen >70 Jahre mit Begleiterkrankungen. Die Chemotherapie muss aus mindestens 2 Zytostatika bestehen. Anthrazykline (z.B. Epirubicin) oder Taxane (z.B. Paclitaxel = Taxol®) verbessern die Ergebnisse. Nicht jede Frau muss jedoch mit diesen nebenwirkungsreicheren Medikamenten behandelt werden. Insbesondere die Taxane haben in neuen Studien einigen „Glanz" verloren. Die Entscheidung muss immer in Abwägung von Vor- und Nachteilen zusammen mit der Patientin getroffen werden. Dies sind nur die wichtigsten Empfehlungen. Sie sind auch nicht in Stein gemeißelt. Konsens unter Experten bedeutet auch immer Kompromisse, die den Einzelfall nicht abdecken. In begründeten Fällen kann und muss man davon abweichen. Die Europäer werden in St. Gallen einige Nuancen anders setzen; darüber wird dann auf diesen Seiten berichtet. << zurück |
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