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Dr. Alexander Kugler und Mitarbeiter, Urologen an der Universität Göttingen, berichten im März-Heft der international hoch angesehenen Zeitschrift "Nature Medicine“, dass Sie bei fast jedem zweiten von 17 Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs durch eine neuartige Immuntherapie eine Rückbildung des Tumors erreichen konnten (Nature Medicine 6: 332; 2000). Krebserkrankungen der Niere sind mit etwa 3% aller Krebserkrankungen selten. Sie sind jedoch seit langem bevorzugtes Objekt für immunologische Therapieansätze. Grund für diese Sonderstellung ist, dass ähnlich wie beim Melanom eindeutig gezeigt werden konnte, dass das Immunsystem eine wichtige Rolle bei der Kontrolle und Therapie der Erkrankung spielt. Bei etwa 1% aller Patienten kommt es spontan, d.h. ohne Therapie, zu einer vollständigen und dauerhaften Rückbildung des Tumors. Therapien mit immunologisch wirksamen Medikamenten wie Interleukin 2 oder Interferon scheinen das Immunsystem in der Bekämpfung der Krebszellen unterstützen zu können, wobei allerdings von vielen die Belastung und die Kosten durch diese Therapie in Abwägung gegen den bescheidenen Gewinn als unverhältnismäßig angesehen werden. Neu an der Therapie der Göttinger Wissenschafter ist, dass sie das Immunsystem dadurch aktivierten, dass sie es durch einen Trick auf den Tumor aufmerksam machen: Sie isolierten "dendritische Retikulumzellen" von gesunden Personen, deren Gewebetyp zu dem der erkrankten Patienten passte. Dendritische Retikulumzellen sind sogenannte "professionelle antigenpräsentierende Zellen". Sie erkennen Fremdstoffe, Mikroorganismen oder fremde Zellen, fressen und verarbeiten sie zu einer Form, die sie dann dem Immunsystem zur Vernichtung präsentieren können. Das Fressen der Tumorzellen simulierten die Göttinger Forscher, indem sie die normalen dendritischen Retikulumzellen im Labor durch "Elektrofusion" mit Krebszellen der Patienten kreuzten. Diese Chimären wurden bestrahlt und dann den Patienten nach Art einer Impfung mehrfach gespritzt. Offenbar erkannte das Immunsystem der Patienten erst jetzt den Krebs und attackierte ihn. Immerhin kam es nach etwa einem Jahr Beobachtungszeit bei 4 der 17 Patienten zu einer vollständigen Rückbildung der Metastasen! Bei so außergewöhnlich positiven Berichten sollte man zunächst zurückhaltend sein. Dies ist zwar ein völlig neuer Ansatz, der nach Meinung eines Kommentators der Harvard Medical School in Boston "einen noch nie erreichten Fortschritt in der selektiven und nichttoxischen Immuntherapie des fortgeschrittenen Nierenkrebs" darstellen könnte. Diese Ergebnisse müssen aber zunächst an mehr Patienten bestätigt werden. Dr. Kugler und seine Gruppe haben folgerichtig bereits Nachfolgeuntersuchungen begonnen, in denen Ihre Impfstrategie mit den oben genannten Medikamenten Interleukin 2 und Interferon kombiniert werden. << zurück |
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