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Hat die Ernährung Einfluss auf die Entstehung von Krebs? |
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Die Veröffentlichung zweier wichtiger Studien zum Einfluss der Ernährung auf das Risiko von Darmkrebs hat Aufsehen erregt: In beide Studien wurden Patienten aufgenommen, bei den Dickdarmpolypen, die als Vorstufen von Darmkrebs gelten, festgestellt und entfernt wurden. Ziel der Studien war es, zu prüfen, ob danach eine fettarme und balaststoffreiche Diät (Früchte und Gemüse oder faserreiche Cornflakes/Haferflocken) das erneute Auftreten von Polypen verhindern kann. Zur großen Enttäuschung der Wissenschaftlicher gelang dies nicht: Nach einer Beobachtungszeit von 3-4 Jahren traten bei 40-50% der Patienten erneut Polypen auf, und zwar unabhängig davon, ob sie sich streng an die genannte Diät hielten, oder ihre Essensgewohnheiten nicht umstellten (New England Journal of Medicine 342: Seiten 1149 und 1156ff; 20.4.00). |
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Bedeutet dies, dass die bekannten Empfehlungen, mehr Balaststoffe, Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, um Krebserkrankungen vorzubeugen, falsch sind? Sicher nicht! In den genannten Studien wurde nur untersucht, ob eine balaststoffreiche Nahrung das Auftreten von Dickdarmpolypen verzögert. Diese Frage ist klar mir Nein zu beantworten. Vieles musste aber unbeantwortet bleiben: Findet sich ein Effekt, wenn man seine Ernährung mehr als 4 Jahre ändert, also wirklich seine Ernährungsgewohnheiten langfristig umstellt? Für die Entstehung von Krebserkrankungen sind 4 Jahre eine relativ kurze Zeit! Zu fragen ist auch, ob die untersuchten Nahrungsbestandteile, oder andere, nicht erfasste Nahrungsmittel oder aber einfach die Zubereitung der Nahrung von Bedeutung ist. Vielleicht ist die Nahrung auch nur von untergeordneter Bedeutung, und es kommt wesentlich auf den ganzen Lebensstil an, z.B. Bewegung, Stress und anderes, schwer fassbares. Das Stichwort "mediterraner Lebensstil“ sei hier nur genannt. Nahrung spielt unabhängig vom Ausgang der genannten Studie sicher eine wesentliche Rolle für unsere Gesundheit. Unstrittig ist die Bedeutung für Herz- und Gefäßerkrankungen. Was Krebserkrankungen betrifft, so schätzen Experten, dass bei 30-50% der Krebserkrankungen Nahrungsbestandteile eine Rolle spielen, und sei es nur eine mittelbare Rolle. Das aktuelle Wissen zu diesem Thema ist in einer im Februar 2000 erschienenen Broschüre "Krebsprävention durch Ernährung“ zusammengefasst. Diese deutschsprachige Broschüre ist eine Bearbeitung des 1997 erschienen Reports des World Cancer Research Fund. Sie wird auf Anfrage von dem Deutschen Institut für Ernährungsforschungkostenlos zur Verfügung gestellt. << zurück |
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