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Fieber wird seit Urzeiten zur Bekämpfung von Krankheiten eingesetzt. Ende des 19. Jahrhundert wurden auch bei Krebserkrankungen aufsehenerregende Erfolge berichtet, nachdem in New York viele Hundert Patienten mit einer Mischung abgetöteter Bakterien ("Coley's Toxin”) zur Erzeugung von Fieber behandelt wurden. Pionier der neueren Zeit ist Dr. Ian Robins aus Madison (Wisconsin, USA), der in fast 20jähriger Forschungsarbeit Techniken zur kontrollierten Erwärmung des Körpers entwickelt hat, die heute weltweit verbreitet und in verschiedenen Varianten zur Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen eingesetzt werden. Am 25. September 1999 trafen sich im Frankfurter Krankenhaus Nordwest auf Einladung von Herrn Prof. A. Knuth Vertreter von wissenschaftlich orientierten Arbeitsgruppen zum Meinungsaustausch. Ärzte und Forscher aus Berlin, Frankfurt, Hamburg, Lübeck, München und Amsterdam präsentierten Ergebnisse, die zeigten, daß man tatsächlich einigen Patienten helfen konnte, bei denen andere Therapiemethoden versagt hatten. Entgegen vielfach geäußerten Behauptungen waren die Experten einig, daß nicht die Überwärmung des ganzen Körpers oder von Teilen des Körpers alleine wirksam ist, sondern nur die Kombination von Hyperthermie mit Chemotherapie oder Bestrahlung. Viele Wirkmechanismen werden diskutiert, z.B. die bessere Erreichbarkeit der Tumorzellen für Zytostatika durch die bessere Durchblutung, Sauerstoffeffekte und in neuerer Zeit auch immunologische Mechanismen. In ihrer Bedeutung unklar sind Berichte, daß Hyperthermie auch unerwünschte Effekte haben kann, z.B. auf bestimmte Zellen des Immunsystems. Aus den Berichten wurde auch deutlich, daß ein Überwärmen des Körpers auf die von Robins in langen Forschungsarbeiten etablierte Temperatur von 41,8 0C für 1 Stunde die Patienten sehr belasten kann und nicht ungefährlich ist. Es können Herzrhythmusstörungen, Störungen der Nierenfunktion und andere Probleme auftreten, die eine intensive Überwachung erfordern. Manche Kliniken führen die Therapie nur in Narkose durch. Wenn man bedenkt, daß bisher unklar ist, bei welchen Krebserkrankungen die Kombination mit Hyperthermie besser als Chemotherapie und Bestrahlung alleine ist, kann die Forderung aller Teilnehmer des Treffens nur unterstützt werden, solche Therapie nur in kontrollierten Studien durchzuführen. Hyperthermie ist ein interessantes und für viele Patienten attraktives Konzept, da sie dem Bedürfnis nach biologisch orientierten Therapiestrategien entgegenkommt. Dies wird noch unterstützt durch manchen reißerischen Zeitungsartikel und manche unseriöse Werbung von Kliniken und Instituten. Patienten sollten solche Angebote genau prüfen. Sehr häufig entspricht die angebotene örtliche oder Ganzkörper-Hyperthermie nicht dem von Robins geforderten Standard, schon wenn man nur die geforderte Temperatur von 41,8 0C berücksichtigt. Weitere Informationen und Adressen erhalten Sie im Sekretariat des OSP der HSK oder bei den oben aufgeführten Kliniken. << zurück |
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