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Robert Benezra vom renommierten Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York hat am 14.10.99 mitgeteilt, daß es seiner Arbeitsgruppe gelungen ist, 2 neue Gene ("Id1“ und "Id2“) zu identifizieren, die an dem Wachstum von Blutgefäßen beteiligt sind. Wenn diese Gene bei Mäusen ausgeschaltet wurden, konnte man den Tieren tödliche Dosen von Krebszellen spritzen, ohne daß sie erkrankten (Nature 401: 670; 1999). Diese Beobachtung ist ein weiterer Baustein in einer noch jungen Strategie der Krebsforschung, die man "Angiogenese-Hemmung" nennt. Krebszellen können nur zu Tumorknoten anwachsen, wenn sie sich ein neues System von Blutgefäßen aufbauen, über das sie sich mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen können. Blockiert man die Bildung dieser Blutgefäße, kann man die Krebszellen "aushungern“. Der Bericht der US-Forscher hat deshalb so viel Aufsehen erregt, weil die neuen Id-Proteine sehr spezifisch die Bildung der Blutgefäße von Krebszellen blockieren. Dies geschieht durch Eingriff in Informationswege, mit denen sich Krebszellen ähnlich wie ein schnell wachsender Embryo eine neue Blutversorgung beschaffen. Diese Stimulation des Wachstums von Blutgefäßen scheint grundsätzlich anders als im ausgewachsenen Organismus zu sein. Damit besteht die Chance, daß die Behandlung mit Hemmstoffen der Id-Proteine beim Erwachsenen nur geringe Nebenwirkungen, wie z.B. Wundheilungsstörungen, verursachen. Pharmazeutische Firmen investieren Millionenbeträge in die Entwicklung von Angiogenese-Hemmstoffen, da man sich von ihnen eine schonende Krebstherapie erhofft. Viele Erfahrungen gibt es bereits mit Hemmstoffen der Angiogenesefaktoren "Endostatin” und "Angiostatin”. In Deutschland prüft z.B. die Klinik für Tumorbiologie in FreiburgAngiogenese-Hemmstoffe bei Krebspatienten. Auch gegen die neuen Id-Proteine wurden von den US-Forschern in Zusammenarbeit mit der Firma Angiogenix Hemmstoffe entwickelt, die aber zunächst bei Mäusen erprobt werden müssen. << zurück |
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