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Nationales Krebsinstitut der USA untersucht alternative Therapien |
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Am nationalen Krebsinstitut der USA wurde im 1998 ein eigenes Institut zur Erforschung alternativer und komplementärer Therapien von Krebserkrankungen gegründet (National Center for Complementary and Alternative Medicine, NCAM). Das Institut gab jetzt Projekte bekannt, die es fördert: |
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Diese Themen klingen z.T. seltsam (Kaffeeeinläufe?), aber durchaus vertraut. Auch in Deutschland wird die Einnahme von Vitaminen, Spurenelementen und Nahrungszusätzen propagiert. Viele Patienten unterziehen sich Darmeinläufen und die Sauerstofftherapie nach Manfred von Ardenne wird außerhalb der Schulmedizin unverändert als Tipp gehandelt. Das Nationale Krebsinstitut der USA hat das einzig richtige unternommen: Nicht unkritisch Neuigkeiten hinterherlaufen oder umgekehrt alles verdammen, was nicht aus den Reihen der Schulmediziner stammt, sondern untersuchen, ob diese Methoden halten, was sie versprechen. Am Klinikum Nürnberggibt es eine ähnliche Initiative. Wünschenswert wären in Deutschland jedoch weit mehr solche Projekte, sowohl aus fachlichen, als auch aus finanziellen Gründen. Fachlich deshalb, weil mit großer Wahrscheinlichkeit einige Naturheilmittel Möglichkeiten in sich bergen, die zu wenig genutzt werden. Man denke nur an die Vitamin A - Abkömmlinge, die aus der chinesischen Medizin übernommen heute als hochwirksame Medikamente z.B. bei bestimmten Leukämien eingesetzt werden. Auch PC-SPES erwies sich in einer kürzlich publizierten Untersuchung als erstaunlich wirksam beim Prostatakrebs (J Urol 2000;164:1229-1234). Die nähere Analyse zeigt aber, dass diese Effekte wahrscheinlich durch Hormone in den Extrakten bedingt sind, die schon lange beim Prostatakrebs eingesetzt werden. Andererseits können scheinbar harmlose Substanzen wie Vitamine auch schädlich sein, wie die erhöhte Zahl von Lungenkrebsfällen bei Einnahme von Vitamin E und Betacaroten gezeigt hat. Finanzielle Gründe verlangen mindestens genauso berechtigt nach systematischen Untersuchungen: In den USA wurde 1997 die unvorstellbare Summe von 27 Milliarden Dollar für nicht bewiesenermaßen effektive Therapien ausgegeben, mehr als für alle Krankenhausaufenthalte zusammen! Dies dürft in Deutschland nicht anders sein. Typisches und meines Erachtens besonders problematisches aktuelles Beispiel ist Galavit, „das Medikament aus der Weltraumforschung": 16.800 DM (+ Betreuungskosten) werden hoffnungsvollen Patienten für eine vierwöchige Behandlung aus der Tasche gezogen. Ein Skandal, wenn man bedenkt, dass es außer der Werbung mit einem bekannten Schauspieler und vollmundigen Versprechen wenig greifbares gibt (Infos beim KID, Tel. 06221/410121). Wenn man nur einen Teil des Geldes, das in die Hände von Scharlatanen wandert, in die Erforschung erfolgversprechender Alternativtherapien investieren würde, könnte man viele finanzielle Desaster von irregeführten Krebspatienten vermeiden und würde ganz sicher auch das eine oder andere neue Wirkprinzip entdecken. Wäre dies nicht eine Initiative, die man von Frau Minister Fischer erwarten sollte? << zurück |
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