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Suramin vermindert Schmerzen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

Suramin ist ein Medikament, das seit etwa 20 Jahren beim Prostatakrebs eingesetzt wird. Erst jetzt konnte jedoch in einer großen Studie gezeigt werden, dass es die Lebensqualität von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs verbessern kann: 460 Patienten erhielten während 11 Wochen regelmäßige Kurzinfusionen von Suramin oder einem nicht davon zu unterscheidenden "Placebo“ (nur Trägerflüssigkeit, kein Medikament). Gleichzeitig nahmen alle Patienten ein Kortisonpräparat ein. Dadurch, dass weder die Ärzte noch Patienten wussten, wer das Medikament erhielt, konnten die Behandlungseffekte objektiv ausgewertet werden. Suramin führte bei 43% der Patienten zu einer Schmerzlinderung gegenüber nur 28% der Patienten in der Placebogruppe. Die Zeit bis zur erneuten Verstärkung von Schmerzen und bis zum Fortschreiten der Erkrankung wurde durch Suramin verlängert, nicht aber die Lebenszeit. Nebenwirkungen waren nur gering ausgeprägt. Am häufigsten war ein schon lange von Suramin bekannter Hautausschlag bei jedem 2. Patienten (J. Clin. Oncol. 18: 1440; 2000).

Prostatakrebs spricht bei etwa 80% der Patienten zunächst gut auf den Entzug von männlichen Geschlechtshormonen an. Es kommt jedoch immer zu einem "Durchbruch“ resistenter Krebszellen. Solche "hormonrefraktären“ Krebsformen stellen ein Dilemma dar, da Zytostatika nur mäßig gut und dann auch nur für eine begrenzte Zeit wirken. Schmerzen durch Knochenmetastasen sind dann für die Patienten ein großes und gefürchtetes Problem. In der Regel sind Schmerzmittel vom Morphin-Typ erforderlich, die aber nicht immer ausreichend wirksam sind. Neue Medikamente wie Suramin sind daher hoch willkommen, auch wenn sie nur Schmerzen lindern (und dies nur mäßig effektiv), nicht aber das Leben verlängern. Auch rein pflanzliche Mittel werden derzeit untersucht: US-amerikanische Ärzte berichteten von einer schmerzstillenden Wirkung des in den USA frei verkäuflichen Nahrungsmittelzusatz "PC-SPES“, einem Extrakt aus 8 Pflanzen. PC-SPES soll bei 15 Patienten mit nicht mehr auf Hormone ansprechendem Prostatakrebs ebenfalls eine Schmerzlinderung und eine Besserung des Allgemeinbefindens bewirkt haben (Br. J. Urol. Int 85: 481; 2000). Solche Berichte mit Erfahrungen bei wenigen Patienten sollte man jedoch sehr, sehr kritisch sehen. Kommerzielle Interessen wären bei Kosten von etwa 500 $ für die in der Publikation angegebene Dosierung von 2,88 g täglich nicht verwunderlich.

Prof. Norbert Frickhofen

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fussleisten_bild Stand: 01. Januar 2004 Verantwortlich: Prof. Norbert Frickhofen