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Heilung von Nierenkrebs durch Stammzelltransplantation

Nierenkrebs ist unter Onkologen gefürchtet: Im frühen Stadium operiert, ist er heilbar. Im fortgeschrittenen Stadium sterben jedoch fast alle Patienten sehr schnell an dem Tumor, da er auf keine Chemotherapie anspricht und auch Therapien mit Substanzen wie Interferon oder Interleukin-2 nebenwirkungsreich und nur mäßig effektiv sind.

Nierenkrebs ist andererseits aber auch eine Krebsform, bei der neue Behandlungskonzepte erfolgversprechend sind: Gut dokumentierte spontane Rückbildungen von Tumoren bei etwa 2% der Patienten und das Ansprechen auf immunologisch aktive Substanzen wie Interferon oder Interleukin-2 haben schon immer nahegelegt, dass der Körper prinzipiell über Waffen verfügt, auch fortgeschrittenen Nierenkrebs zu bekämpfen. Man weiß heute, dass es sich dabei um immunologische Waffen handelt, d.h. das Immunsystem einiger weniger Patienten erkennt den Tumor als fremd und kann ihn stoppen.

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Eine Forschergruppe am weltweit größten medizinischen Forschungsinstitut, den National Institutes of Health in Bethesda, USA, haben jetzt ganz erstaunliche Ergebnisse mit sogenannten „Mini-" Stammzelltransplantationen berichtet. Sie behandelten 19 Patienten im Alter von 37 bis 65 Jahren mit metastasiertem Nierenkrebs, d.h. der Krebs hatte bereits in die Lungen und andere Organe gestreut (siehe Knoten im oberen Bild, einer Computertomographie der Lunge), ein nahezu sicheres Todesurteil. Diese Patienten erhielten nach einer speziellen Vorbehandlung Blutstammzell-Transplantate von Geschwistern, die in ihrem Gewebetyp mit ihnen übereinstimmten. Bei 10 der 19 Patienten kam es zu einer Rückbildung von Metastasen (siehe unteres Bild). Bei 3 Patienten war schließlich kein Krebs mehr nachweisbar und dies hielt bisher bis zu 2 Jahre an (New England Journal of Medicine 343: 750; 2000).

Die Behandlung war allerdings nicht ungefährlich: 2 Patienten starben durch die Therapie. Die Rückbildung von Tumorknoten ging zudem meist einher mit der Entwicklung einer sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD), einer z.T. sehr krank-machenden immunologischen Komplikation solcher Transplantationen (siehe Bericht vom 17.04.00). Das Wort „Mini"-Transplantation sollte daher nicht falsch verstanden werden. Diese Transplantationen sind gefährlich, sollten nur von hochspezialisierten Zentren durchgeführt werden und sind nicht für jeden Patienten geeignet.

Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Meilenstein moderner Krebstherapie. Ähnlich wie die Erfahrungen einer Göttinger Arbeitsgruppe (siehe unser Bericht vom 13.03.00 ) zeigen sie, wie effektiv Immunreaktionen beim Nierenkrebs sein können. Leider gilt dies nach bisherigen Erfahrungen nur für wenige Krebsarten und auch nicht für die Mehrzahl der Patienten. Insbesondere muss nochmals betont werden, dass es sich um komplizierte und teure Therapien handelt, die nichts mit den „immunstimulierenden Behandlungen" mancher Ärzte und vieler Quacksalber zu tun haben! Im unserem OSP Sekretariat erfahren Sie, wo solche Therapien in Deutschland durchgeführt werden.

Prof. Norbert Frickhofen

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fussleisten_bild Stand: 01. Januar 2004 Verantwortlich: Prof. Norbert Frickhofen